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Medienkultur

Nach Hartmann dienen Medien grundsätzlich der Erweiterung der menschlichen Wahrnehmung von Raum und Zeit. „Indem sie Wahrnehmungswelten ermöglichen, sind sie viel mehr als bloss Mittel und Verstärker der menschlichen Kommunikation“.

Wir konstruieren die Wirklichkeit heute vielfach unbewusst mit und durch die allgegenwärtigen Medien. Unser visueller Sinn übernimmt hierbei die Hauptrolle. „Das Sichtbare wird mit dem Realen identifiziert“ (Hartmann). Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Illusion verschwimmen jedoch zunehmend. Reich sieht diese postmoderne Erscheinung als eine „Extase des Imaginären“. Die Spiegelung unserer Traumwelten durch die Medien beeinflusst so zunehmend unsere Sicht der Realität. Wir wollen uns doch lieber mit dem Schönen und Bequemen abgeben. Mit Hilfe des Informationsdesigns können Bildeffekte (und Sound) die gewünschten Wirkungen beim Rezipienten hervorrufen. Die kanonischen Bilder der Werbung, die Schönheit und Erfolg abbilden wollen, haben wir längst internalisiert.Die Interpretationen der Wirklichkeiten konstruieren die Kultur. Nach Max Webers Kulturdefinition sind die Menschen in einem selbst gesponnenen Bedeutungsgewebe verstrickt.
Wir scheinen uns von der abstrakten Buchkultur hin zur „sinnlich, plastisch-bildlichen Kultur“ hinzubewegen, wie dazu Hartmann meint.

Die Spielkonsolen der neuesten Generation geben dafür ein gutes Beispiel ab. Sie sprechen nicht mehr nur Auge und Ohr, sondern auch den Tastsinn und den Gleichgewichtssinn an. Die Computerspielindustrie macht heute mehr Umsatz als die Filmindustrie. Demzufolge versucht auch Hollywood mit immer realistischerer Animationstechnik und der Wiederkehr des 3D-Film die Computerspielgeneration zurück ins Kino zu locken. Mit dem sehr eindrücklich gemachten Film AVATAR von James Cameron scheint dieses Konzept aufzugehen, denn er ermöglicht ein Eindringen in Imaginationswelten wie nie zuvor. Der Film erfreut sich auch beim älteren Publikum an grösster Beliebtheit und kann für die technischen Möglichkeiten der Multimedia-Kultur als Wegweiser gesehen werden.

Weiterführende Beiträge zur Medienkultur auch bei Reto und Schachbrettfalter. Kulturkritischer Beitrag: Copypaste

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