Wertorientierung

Die Stärkung der Persönlichkeit, der Kommunikationsfähigkeit und des Sozialverhaltens gelten als die zentralen Forderungen der Arbeitgeber an die Schule. Die Sozialkompetenz fehlt auch in keinem schulischen Leitbild. Wie kann dies praktisch umgesetzt werden?

Wollen wir Sozialkompetenzen fördern müssen wir Wertorientierung bieten. Gruppenarbeit allein reicht nicht. Die Lernenden wie auch die Lehrenden sollten angeregt werden an sich selbst zu arbeiten. Hierzu müssen erst einmal die eigenen Werturteile erkannt, artikuliert und hinterfragt werden. Im Klassenzimmer bedeutet Wertorientierung zuerst einmal den Lernenden mitzuteilen, was für Werte im gegenseitigen Umgang für einen selbst wichtig sind, was für Regeln sich daraus ableiten und wie man sie verfechten und durchsetzten wird. Genauso sollten die SchülerInnen ihre Ansichten von gesellschaftlichen Zusammenleben einbringen und Verbindlichkeiten festlegen können.

Eine deutlich vertretene Werthaltung der Lehrperson als Stellungnahme bei moralischen Fragen kann im Fach Geschichte äusserst produktiv wirken. Bei gewissen Themen entsteht eine kontroverse Diskussion, bei der sich Jugendliche in ihrer Sichtweise entweder bestätigt finden oder sich in ihrem Individuationsprozess von anderen Meinungen abgrenzen können (Beispiel: Soziale Frage, Marxismus). Andere Themen hingegen lassen keinen Spielraum für kontroverse Meinungen (Beispiel: Stalinismus), müssen aber durch die Ausleuchtung der Hintergründe nachvollziehbar gestaltet werden. Die Lernenden können durch die eigene Interpretation von verschiedenen historischen Sichtweisen auch die Fähigkeit erlangen eigene Handlungen zu differenzieren lernen. Ein Predigen von sozialen Werten und Normen läuft gerade bei Jugendlichen ins Leere. Die Konsequenzen von Handlungen müssen selbst erfahren werden. Werte werden kommunikativ ausgehandelt. Verwirklichen können sie sich nur in der gelebten Gemeinschaft. Partner- und Gruppenarbeiten sollten reflektiert werden, Konflikte besprochen werden. Es gibt keine „Werte-Erziehung“ (einfach systemisch, S. 65). Soziales Verhalten muss selbst ausprobiert werden um Aufbau einer möglichst differenzierten inneren Repräsentation zu ermöglichen. [Weiterführend im Beitrag: Systemisch leiten]

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