Balance

Selbstorganisertes Lernen bedeutet im Kern, den Lernprozess selbst zu planen, zu steuern und zu kontrollieren. Auch wenn die Lerninhalte vorgegeben sind [siehe Erläuterungen im letzten Eintrag] lässt dies einen Spielraum offen den Lernprozess selbstbestimmt mitzugestalten und die Neugierde und das Interesse durch die Form des Unterrichts bei den Lernenden zu fördern.

Um das selbstorganisierte Lernen und die Aneignung von intelligentem Wissen durch einen „Prozess der inneren Umstrukturierung“(„einfach systemisch!, S.52) zu fördern müssen individuelle Zeitanforderungen und persönlich bedeutsame Lerninhalte, die emotional anregend sind, geboten werden. Des weiteren sollten die Arbeitsaufträge eine Herausforderung darstellen und die Sozialkompetenzen der Lernenden fördern. Diesen vier Bedingungeng im Rahmen der Schulstrukturen gerecht zu werden ist nicht einfach aber auch nicht unmöglich. Jedem einzelnen Lernenden auf der Sekundarstufe II gerecht zu werden erscheint mir nicht praktikabel zu sein. Von den persönlich bedeutsamen Inhalten abgesehen, benötigen die einzelnen SchülerInnen mehr oder weniger Zeit und Führung. Ein stabiler Rahmen ist aber unbedingt notwendig. „Selbständigkeit braucht feste Grundregeln“(S.53). Die einen Lernenden benötigen engere die anderen offenere Grenzen. Sich in diesen Grenzen selbst erfahren wollen so ziemlich alle, insbesondere Pubertierende.

Das wichtigste Instrument um die Unterrichts- und Kommunikationsformen der Gruppendynamik der Klasse anzupassen ist die Empathie der Lehrperson. Mit der Methode Frontalunterricht (oder besser gesagt: fragend-erklärender Unterricht im Klassenverbund) kann die Stabilität der Sicherheit meiner Meinung nach am ehesten gewahrt, die Balance zwischen Fremden und Vertrauten gehalten werden.

Das Gleichgewicht zwischen Ordnung und Chaos zu halten bleibt eine schwierige künstlerische Herausforderung. In „einfach systemisch!“ werden die Widersprüche mit denen jeder Lernende umzugehen zu lernen hat auf S. 64 aufgelistet.
Um mit den Herausforderungen adäquat umgehen zu lernen und eine „künstlerische“ Gestaltung an das Unterrichten und die Klassenführung zu entwickeln gilt es vor allem die Erwartungen an sich selbst und an die Lernenden nicht zu hoch zu schrauben – sich als Teil des Systems mit beschränkten Möglichkeiten zu sehen. [Eine etwas andere Sicht gibt es bei Mark zu lesen]

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