Kompetenz

Kompetenz könnte man auch als die Fähigkeit verstehen mit den Herausforderungen der Berufswelt in der Postmoderne, unserer heutigen Zeit, angemessen umgehen zu können.

Die zentralen Merkmale sowie der gemeinsame Nenner der verschiedenen Definitionsversuchen von Kompetenz sind Handlungsfähigkeit und Selbstorganisation. Der ursprüngliche Wortsinn von Kompetenz war Zuständigkeit und Befugnis zu erlangen. Entsprechend musste um Kompetenz zu gewinnen eine Machtposition erreicht werden. Das war in einer stratifikatorisch gegliederten Gesellschaft der Vormoderne ein klar vorgezeichneter Weg, der den meisten Menschen verschlossen war. In einer stark funktional gegliederten Gesellschaft in der wir heute leben hingegen kann jeder in seinem funktionalen Teilsystem (Bildungssystem) oder in einer Organisation (Schule?) relativ leicht durch Leistung den Zugang zu Zuständigkeiten und dementsprechend Entscheidungspositionen erreichen. Für die meisten Positionen in der heutigen Arbeitswelt werden Kompetenzen vorausgesetzt oder zumindest erwünscht. Wobei die Grenzen zwischen Fertigkeiten, Eignungen und Fähigkeiten im Alltagsgebrauch deutlich zu verschwimmen scheinen. Prüfen lassen sich die Kompetenzen im Unterschied zu den Qualifikationen ja nicht direkt.

Die Anforderungen an einen Arbeitnehmer haben sich verändert. Man erwartet heute nicht mehr einen reaktiven Befehlsempänger sondern einen selbst agierenden Verantwortungsträger. Der Berufsfachmann soll dazu fähig sein selbstorganisiert mit divergenten Herausforderungen angemessen umgehen zu können, denn die Anforderungen verändern sich in einer digital vernetzten und globalisierten Welt zusehends.

Der Segen der permanenten Kommunikationsmöglichkeiten birgt auch für das private Leben neue Probeme.Wie man sich zumindest anständig verhält seht ihr hier:


Qualifikation und Kompetenz müssen sich auch keineswegs zueinander kongruent verhalten. Ein ungenügend qualifizierter Arbeitnehmer kann hohe Fachkompetenzen entwickeln, während ein gut qualifizierter Berufstätiger seine Kompetenzen zurückstellen kann.

Wir haben es bei Berufslernenden mit jungen Menschen zu tun, die zwar heute noch einen spezifischen Beruf erlernen, diesen in den meisten Fällen aber nicht mehr ein Leben lang ausüben werden. Entweder sie besuchen eine Fachhochschule, wechseln in ein ganz anderes Berufsfeld oder der Beruf selbst verändert sich. Den Automechaniker zum Beispiel gibt es nicht mehr. Weil die Fahrzeuge mit immer mehr Elekronik bestückt sind (und es dem Laien verunmöglicht einen Schaden selbst zu beheben!) heisst die Berufsbezeichnung heute Mechatroniker, die eine andere Qualifikation erfordert.

Die zu vermittelnde Kompetenz heisst in unserem Fall als Lehrpersonen:  Lernen selbst zu organisieren. Wichtig scheint es mir hierbei vor allem Handlungs-Spiel-Räume zur Verfügung zu stellen damit Kompetenzen entwickelt werden können. Wie die Kompetenz sich in einer schnell wandelnden Welt der verschiedensten Weltbilder und pluralen Wirklichkeitskonstruktionen  systemisch vermittelt werden kann wird in den nächsten Einträgen [Systemische Kompetenz] das Thema sein.

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