Podcast

Die posttypografische Kultur beeinhaltet nach Hartmann die Erschliessung „neuer Techniken der Wahrnehmung und der Beurteilung, eine neue Form der Urteilkraft für eine neue Form der Ästhetik.“ Dazu näher: Medienkultur

Ein Podcast stellt für mich ein besonderes Beispiel für die neue Multimediakultur dar. Das was Hartmann im Internet fehlt, ist im Podcast ein zentraler Bestandteil: Sound, Bild und Text werden einander ergänzend zusammengestellt.

Für die Anwendung in der Schule lassen sich drei grundsätzlich mögliche Einsatzmöglichkeiten vorstellen:

  1. Konsumieren: Im Internet findet sich (zum Beispiel bei iTunes und podcast.de) eine immense Auswahl an Podcasts um auf interessante Aufzeichnungen zurückzugreifen. Die meisten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bieten ihre Sendungen als Podcast an, welche auch abonniert werden können. Tagesaktuelles Material für den Fremdsprachen-, Politik-, Musik-, Kunst-, und Gesellschaftswissenschaftsunterricht findet sich hier also in Hülle und Fülle.
  2. Selbst erstellen: Die Lehrperson kann Lerninhalte multimedial zur Verfügung stellen, indem sie selbst Podcasts produziert. Dies ist jedoch mit einem sehr hohen Zeitaufwand verbunden. Anders als bei einer Powerpoint-Präsentation können Aktualisierungen im Nachhinein nicht mehr vorgenommen werden, ohne den Podcast neu zu gestalten.
  3. Von den Lernenden erstellen: Wenn ein Podcast von den Lernenden in Gruppenarbeit selbst erstellt wird, kann der grösste Lernerfolg erzielt werden. Eine intensive Auseindersetzung mit dem Inhalt und innerhalb der Gruppe erschafft einen nachhaltigen Lerneffenkt, vor allem was die technische Realisierung betrifft.

Bei der Eigenproduktion eines Podcasts empfielt sich folgendes schrittweise Vorgehen:

  • Materialsammlung und Reduktion des Inhalts auf die vorgegebene Sprechzeit.
  • Erstellung eines Drehbuchs, um die Synchronisierung von Bild- und Tonspur klar zu definieren.
  • Aufnahme und Erstellung des Bild- und Tonmaterials.
  • Schneiden und Zusammenfügen von Bild und Ton.

Wir stellten bei der Podcastproduktion zu unserem Erstaunen fest, dass die Auseinandersetzung mit dem Inhalt fast vor den Umsetzungsaspekten verblassten. Nach der ersten Phase, in der wir den Inhalt komprimierten, wurden die Aussagen des Lerninhaltes nur noch als Bausteine gesehen, die es als Bild und Audio-Daten zu verbinden galt. Der Lerneffekt durch die Transferhandlung von Inhalten stellt sich meiner Meinung erst bei geübten Anwendern in vollem Umfang ein.

Und hier findet ihr unser Produkt:  http://ilias.phtg.ch/ilias.php?baseClass=ilMediaCastHandlerGUI&ref_id=61507&cmd=listItems

(Auch wieder als Link, da für die Einbettung eine kostenpflichtige Webspace Erweiterung notwendig  ist)

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2 responses to this post.

  1. Ja, beim Erstellen eines Podcasts geht sehr schnell der Blick auf den Inhalt verlohren, weil man nur noch die Technik in den Mittelpunkt stellt. Die Phase, in der man sich mit dem Inhalt beschäftigt nimmt zwar viel Zeit in anspruch. Doch wenn man diese Arbeit erledigt hat, wird der Inhalt in den Hintergrund gerückt und es kann passieren, dass man ihn wieder vergisst. Das Gute ist doch aber: der Podcast ist fertig und man kann ihn immer wieder anschauen und sich „nochmals“ mit dem Thema beschäftigen.
    Ich denke, Podcasts sind sehr gut dafür geeignet, fachliche Inhalte wieder zu geben. Werden in einer Klasse in Kleingruppen Podcasts zu unterschiedlichen, prüfungsrelevanten Themen erstellt, so profitieren nicht nur die einzelnen Gruppen, sondern die gesamte Klasse: alle haben die wichtigsten Inhalte für die Prüfung in „Podcastform“ vorliegen und können sie zum Lernen benutzen. Dafür muss natürlich garantiert sein, dass die Podcasts auch eine gewisse (fachliche) Qualität aufweisen (dies könnte die Lehrperson vor der Freigabe der Podcasts an die gesamte Klasse beispielsweise prüfen).

    Antwort

  2. […] siehe zum Thema Podcast auch folgenden Blog […]

    Antwort

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