Information-Kommunikation

Dass Information interpretiert werden muss, um mit dieser etwas anfangen zu können, habe ich schon im letzten Beitrag behauptet. Die Anregungen zu diesem Beitrag erhielt ich von Joseph Weizenbaum aus seinem Buch „Computermacht und Gesellschaft“. In den gesammelten freien Reden des Autors spricht einer der Wegbereiter des Internets und Pionier der Computergeschichte gesellschaftskritische Töne an, warnt vor Überschätzung und ruft zur Verantwortung auf.

Die Bedeutung einer Mitteilung für den Empfänger hängt von seinem Erwartungszustand ab. Die Mitteilung erhalte ich durch Signale, auf die meine Sinne ansprechen müssen. Diese Signale werden durch Medien wie Sprache, Bilder, Schrift- oder Zeichensymbole vermittelt, die ich erst durch eine Interpretation zu Informationen verwandeln kann.

Stelle ich Information in Form von Signalen zur Verfügung muss auch ich erwarten, dass der Empfänger sie in meinem Sinne versteht. Das setzt zumindest einen ähnlichen kulturellen Hintergrund voraus. Was die Vorstellung vom globalen Dorf relativiert, vor allem wenn man auch bedenkt wie viele Menschen Zugang zum Netz haben. Der Computer kann die kulturellen Aspekte einer Gesellschaft nicht berücksichtigen. Die Maschine kümmert sich im binären System um 0 oder I. Die ausgefeiltesten Algorithmen versuchen Informationen an Interpretationsmöglichkeiten zuzuordnen. Dabei kümmert sich das Programm aber auch nur um die Datenströme. Die Interpretation von Information liegt somit immer beim Nutzer.

Beim Kommunizieren muss ich hoffen, dass der Informationsempfänger meine Aussage angemessen interpretiert. Dies bedeutet er muss im Nachhinein die gleiche Interpretation vollziehen wie ich im Voraus. Bei einfachen Mitteilungen kann das funktionieren, der Informationsgehalt stellt sich aber erst bei kompexeren Fragestellungen (Der Soziologe Baudrillard glaubt daher, dass eine Kommunikation nicht möglich ist). Gerade in der Wissenschaft werden allzu spezialisierte Fachinformationen veröffentlicht, die nur einem sehr engen Zuhörerkreis zugänglich sind. Kommunikation ohne unterstützende Zeichen ist daher oft stark referenziell. (Dies lässt sich schön in Foren beobachten, wo viel Text aufgrund von Missverständnissen produziert wird).

Auf den schulischen Allag übertragen ist es daher eine wichtige Aufgabe seitens des Lehrenden Fachinhalte zu vereinfachen und verständlicher zu formulieren ohne dabei den Inhalt zu trivialisieren. Eine Face-to-face- Kommunikation erleichtert den Zugang zu „Lern-content“.

Andere Kommunikationswege bestreiten: pbblogphtg und prof. kerres.

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