Informationsauswahl

Neues zu erschaffen ist eine der zentralen Forderungen der konstruktivistischen Didaktik. Durch Kreativität und den Mut zum Handeln kann eine eventuell entstandene Apathie durchbrochen werden, die aus einer Überforderung durch die Medienvielfalt entstehen kann (Siehe letzter Beitrag). Hierbei eignen sich die Möglichkeiten des Internets in vielfältiger Weise. Arbeitsaufträge können, mit multimedialen Elementen durchsetzt, digital auf einem Wiki oder einer eigenen Seite präsentiert werden. Die Lernenden können Filme drehen und eigene Podcasts erstellen. Neben der Vertiefung des Wissens werden hierbei auch wichtige Methoden- und Medienkompetenzen angeeignet. Die technische Umsetzung erfordert jedoch auch bei hoher Fertigkeit im Umgang mit den elektronischen Medien viel Zeit und kann daher in den normalen Präsenzunterricht nur schwer integriert werden. Grundsätzlich halte ich es für sinnvoller die Lernenden im Rahmen des e-learnings eigene Inhalte erschaffen zu lassen als ihnen etwas Fertiges in einer zeitgemässeren Form vorzusetzten.

Dazu mehr bei iktsl-Blog und Reto’s Blog.

Soll etwas produziert werden das einen Didaktischen Wert haben soll, spielt die Form keine grosse Rolle, muss aber mit sinnvollem Inhalt gefüllt werden. (Radikale Konstruktivisten würden das vielleicht wieder in Frage stellen; Vergleiche: Copypaste und radikaler Konstruktivismus). Es liegt heute nahe sich die Informationen aus dem Netz zu beschaffen. Dort ist man allerdings oft der Wahrheit der Mehrheit ausgeliefert.
Frank Schirrmacher will vor dieser Gefahr in seinem neuesten Buch warnen: Payback – Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun was wir nicht wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen. In einem Interview mit dem Tagesanzeiger sagt er:
„Urteil heisst immer Mehrheitsmeinung und Konsens – und das findet sich dann auch im Netz. Und wenn ich dann herausfiltere, dass es gut ist, dann wird es auch gut sein.“ Das heisst, das uns bestimmte Vorentscheidung abgenommen.werden.  Algorithmen rechnen für uns aus was für Informationen für uns am viabelsten sind. Dahinter steckt jedoch ein von kapitalistischen Kräften gesteuertes System (Wobei eine kommerzielle Suchmaschine einen Marktanteil von über 80% besitzt). Nutzer werden als Konsumenten betrachtet. Die partizipierenden Möglichkeiten des Web 2.0 liefern den Unternehmen noch präzisere Informationen über den User. Weil die Menschen sich in ihrem Verhalten ähnlich sind, wird versucht mögliche Assoziationen vorauszuberechnen. „Sie können dann nicht mehr sagen, wer letzten Endes das Subjekt oder die  handelde Person ist.“
Die Antworten der Netcommunity auf den in deutschsprachigen Medien zurzeit omnipräsenten Schirrmacher kann man zum Beispiel bei dem populären Blog Spreeblick einsehen.

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One response to this post.

  1. […] Dazu mehr in den Beiträgen: Träges Lernen, Träges Wissen und Informationsauswahl. […]

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