Träges Lernen

Als Lehrperson kann ich versuchen das träge Wissen zu transformieren und problemorientiertes Lernen zu fördern. Durch eine Selektion von Inhalten kann der Wissenserwerb zusätzlich konzentriert und durch einen Perspektivenwechsel bei der Problemlösung können zusätzliche Impulse durch die Lehrperson erfolgen. Ein weitgehend selbstgesteuerter Lernprozess kann in diesem Punkt mit den Social-Software-Systemen des Web 2.0 (z.Bsp. Wiki, Weblog) konstruktiv in Gang gesetzt werden.

Die Situationsgebundenheit des Lernens spielt in der konstruktivistischen Didaktik eine zentrale Rolle. Lernen ist vor allem ein sozialer Prozess. Durch Interaktion und Kommunikation werden Beziehungen und eine zwischenmenschliche Atmosphäre geschaffen, die den Rahmen der Förderung und Forderung bildet (Reich, 2008). Im realen Klassenzimmer kann die Lehrperson versuchen diesen Rahmen mitgestalten. Im virtuellen Klassenraum ist dies nur beschränkt möglich.

Lernen sollte eine aktive Wissenskonstruktion sein. Der dargebotene Lerninhalt gewinnt erst durch die aktive Konstruktion und Interpretation durch den Lernenden an Bedeutung. Vorwissen, Einstellung und Erfahrung sind für die Zuweisung von Bedeutung die Voraussetzung. Eine entscheidende Rolle zum erfolgreichen Lernen kommt vor allem der Motivation zu.

Dem Lernenden soll die Freiheit gegeben werden motiviert und selbstgesteuert zu lernen. Das ist eine hohe Anforderung an die Lernenden, vor allem wenn es darum geht das bereits erworbene Wissen selbstständig zu vertiefen.

Die Gewohnheiten der Postmoderne kommen den Lernenden dabei nicht unbedingt entgegen. In einer Zeit der jederzeit verfügbaren Konsummöglichkeiten und der Omnipräsenz von Unterhaltungsangeboten, kann die Freiheit der Wahl auch schnell zu einer Überforderung führen. Die Fülle an Informationen für kleinste Teilgebiete des Wissens erfordern eine Einschränkung in der persönlichen Auswahl. Mit der Freiheit der Wahlmöglichkeit geht gleichzeitig der Ausschluss opportuner Alternativen einher. Einerseits im Interessenbereich des Wissenserwerbs selbst, vor allem aber durch das Unterhaltungs- und Kommunikationsangebot der modernen Medien. Inwieweit die Konzentration auf den Wissenserwerb im und durch das Internet und durch die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten erschwert wird, macht dieses Video von der Universität Kansas deutlich:

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4 responses to this post.

  1. Deine Ausführungen, dass die Gewohnheiten der Postmoderne dem Lernenden nicht unbedingt entgegenkommen, finde ich absolut richtig. Die Freiheit, die wir heute in dieser Hinsicht haben, ist einfach eine große Chance ohne Garantie auf Gelingen oder Erfolg. Aber ich fürchte fast, dass dies mit „Freiheit“ immer so ist, gleichgültig in welchem Kontext. Die größte Last heutzutage scheint mir, dass man sich auch falsch entscheiden könnte, ohne dass die Entscheidung revidierbar wäre. M. E. gehört die Kompetenz, mit dieser Ambivalenz umgehen zu können, ohne zu verzweifeln, zu einer der wichtigsten Fähigkeiten, um im Leben bestehen zu können und der eigenen Biographie einen Sinn zu geben.
    Auf den Lernkontext bezogen, würde ich schlussfolgern, dass es für eine Lehrperson, die verstärkt auf Web 2.0 – Tools in ihrem Unterricht setzen will, unabdingbar ist, mit dem sich von Dir geschilderten Problem aktiv auseinanderzusetzen. M. E. machen diese Tools nämlich nur Sinn, wenn man einen ganz klaren Rahmen vorgibt, in dem sich die Lernenden bewegen können. Das ist dann wirklich ein Paradox: aber man kann die „Freiheit“ in diesem Fall nur sinnvoll nutzen, indem man sie einschränkt.

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  2. […] Text in Ruhe zu lesen um ihn zu verstehen. Siehe hierzu auch die Einträge: E-Learning als Chance, Träges Lernen, Träges […]

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  3. […] Apathie durchbrochen werden, die aus einer Überforderung durch die Medienvielfalt entstehen kann (Siehe letzter Beitrag). Hierbei eignen sich die Möglichkeiten des Internets in vielfältiger Weise. Arbeitsaufträge […]

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  4. […] mehr in den Beiträgen: Träges Lernen, Träges Wissen und […]

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