Web 2.0 Grenzverschiebungen

In meinem Kommentar zum Web 2.0 bei Moodle habe ich einige theoretische Überlegungen zu den Grenzverschiebungen im Web 2.0 dargelegt.
Die Anregungen dazu stammen aus einem Aufsatz von Michael Kerres, Potenziale von Web 2.0 nutzen ( PDF). (Siehe auch den Blog von Prof. Kerres)
Ich möchte seinen Gedanken hier noch ein wenig mehr Platz einräumen.

Während die Grenzaufhebung des Ortes auch schon mit dem Web 1.0 möglich war, kommen mit der Grenzauflösung zwischen Autor und Nutzer und des schleichenden Verschwindes der Trennlinie zwischen privatem und öffentlichem Raum ganz neue Dimensionen des Informationsaustausches und des Wissensaufbaus auf uns zu.

Für den Bildungskontext bedeutete die Raumtrennung, das bisher zumindest Prüfungen in einem geschlossenen Raum (real oder virtuell) vollzogen werden. Mit den neuen didaktischen Konzepten und den kooperativen und kolaborativen Möglichkeiten des Web 2.0 wird das Konzept des Prüfens relativiert. Das summative Prüfen spielt, wenn überhaupt noch, eine eher untergeordnete Rolle.

Der gesamte Lernprozess wird zur Performanz.

In der interaktiven Lernumgebung entwickle ich ein Projekt, während ich mich mit Anderen in einem Forum austausche und in einem Weblog den Progress reflektiere. Der ganze Prozess geschieht öffentlich, sofern sich dieser nicht in einem geschützten Raum eines Learning Management Systems abspielt.  Auch die Evaluation durch die Lehrperson kann über diesen -jedermann zugänglichen- Weg erfolgen. Die Rollenverteilung ist von Anwendern ausserhalb des engeren Lernzirkels jedoch nicht unbedingt ersichtlich. Die Lehrperson muss sich unter Umständen also auch fundierte Kritik von sonst jemandem gefallen lassen.
Die Aufgabe der Lehrperson besteht meiner Meinung nach auch nicht darin einen möglichst grossen Wissensabstand zu markieren, sondern Wegweiser, Hilfe und Anregungen anzubieten.

Das Wissen der Lernenden wird  konstruktivistisch selbst erarbeitet. Bewertet wird der Weg und der Aufwand den der Schüler auf sich genommen hat. Was schlussendlich an Faktenwissen hängen geblieben ist, bleibt hier weitestgehend ausgeklammert.

Dazu mehr in den Beiträgen: Träges Lernen, Träges Wissen und Informationsauswahl.

Michael Kerres fragt sich zurecht ob für diese Art von Unterricht eine geschützte Lernplattform das richtige ist. Entgegen den Möglichkeiten des Web 2.0 bleibt sie eine Insel mit wenigen Inhalten, die von einem Autor gepflegt wird. Was nützt es wenn eine Moodle-Plattform mit Web 2.0 Tools ausgestattet ist, wenn einem ja das ganze Internet zur Verfügung steht?

Was mir zum Beispiel bei Moodle nicht gelungen ist:00005360

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